Dr. Hauschka

Wilder Jasmin

Synonyme: Gelber Jasmin, Gift-Jasmin, Karolina-Jasmin
Wissenschaftlicher Name: Gelsemium sempervirens
Familie: Gelsemiaceae (Strauchenziangewächse)

Heimat

Südliche Staaten des atlantischen Amerikas, Mexiko, Guatemala.

Inhaltsstoffe

Wurzel: Alkaloide (u.a. Gelsemin, Gelseminin), ss-Methyl-Äsculetin, Stärke, fettes Öl, Resin.

Beschreibung

An Flussläufen tropischer Klimaten ist der Wilde Jasmin beheimatet, ein bis zu vier Meter hoher Schlingstrauch mit lanzettlichen Blättern und grossen trichterförmigen, leuchtend gelben Blüten. Die im April und Mai erscheinenden Blütentrichter sind durch fünf Blütenblattrundungen gekrönt und verströmen einen jasminartigen Duft. Die längliche Frucht enthält viele geflügelte Samen, die vom Wind verbreitet werden. Der Wurzelstock ist aufgetrieben und verholzt.

Verwendung

Arzneiliche Verwendung findet der Wurzelstock des Wilden Jasmins, der in Amerika schon früh als beruhigendes und schmerzstillendes Mittel geschätzt wurde. Er wird allgemein bei Nervenreizungen und Krampfzuständen empfohlen. In der Homöopathie wird Gelsemium als Nervenmittel und zur Behandlung von Grippe und Infektionskrankheiten eingesetzt, besonders wenn begleitend Kopfschmerzen, Krämpfe und Neuralgien auftreten (sog. Kopfgrippe). Auch andere Arten von Kopfschmerzen werden mit Wildem Jasmin behandelt.

Wissenswertes

Gelsemium ist die italienische Bezeichnung für Jasmin. Den Namen erhielt die Pflanze wegen ihres jasminähnlichen Duftes. Die immergrünen Blätter gaben den Namen sempervirens.

Ihren Beinamen "Elektrisches Fiebermittel" erhielt der Wilde Jasmin wegen einer Verwechslung mit Folgen: Ein sehr heftig an Gallenfieber leidender Kranker wurde irrtümlich mit einem Wurzelstockaufguss aus Wildem Jasmin behandelt. Folgen waren, dass der Behandelte gelähmt wurde und das Bewusstsein verlor. Als er aus dem Koma erwachte, war er jedoch vollständig geheilt. Tatsächlich ist der Wilde Jasmin in konzentrierter Form giftig und führt typischerweise zu einer Lähmung bei vollem Bewusstsein! Wegen diesem Vergiftungsbild bezeichneten die Othomi-Indianer die Wurzel mit Bé-i, was soviel bedeutet wie "Aufhören aller Bewegung", und brauten aus ihr den Gifttrank Bebo-sito = Gläserner Sarg, der unter anderem zum Fischfang verwendet wurde. Noch heute sollen Indianer der Südstaaten mit diesem gefährlichen Trunk Gottesurteile und Racheakte ausführen. Eine ungewollte Massenvergiftung mit Todesfällen gab es 1932 in Topolobampo im Staate Sinaloa, Mexiko, nach dem Genuss eines Schnapses, der mit Gelsemium-Wurzel versetzt war. Die giftige Wirkung ist auf das Alkaloid Gelseminin zurückzuführen, dessen lähmende Wirkung an den Motorischen Endplatten im Zentralen Nervensystem ansetzt.

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