Dr. Hauschka

Quitte

Synonyme: Baumwollapfel
Wissenschaftlicher Name: Cydonia oblonga
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Heimat

Die Quitte kommt vermutlich aus dem Kaukasus und wurde schon im alten Griechenland angepflanzt. Erwähnt wurde sie erstmals beim römischen Geschichtsschreiber Plinius (24 bis 79 nach Chr.). Bis 1900 waren die Früchte in Mitteleuropa noch sehr beliebt. Dana

Inhaltsstoffe

Schleimstoffe, Pektin, Gerbstoffe, fettes Öl, Flavonglykoside

Beschreibung

Die als Wildform strauchartig wachsende Quitte ist ein kleiner Baum mit nur etwa 3 bis 4 Metern Höhe. Von Mai bis Juni entfalten sich die grossen, weissen bis zartrosanen und kelchartig nach oben gewölbten Blüten. Die 300 bis 500 g schweren Früchte sind je nach Sorte birnen- oder apfelförmig und haben als sicheres Erkennungszeichen einen wolligen Belag, der sich leicht abreiben lässt. Darunter kommt die mit einer Wachsschicht überzogene Schale hervor, die beim Reiben einen lieblich-frischen Duft verströmt. Obwohl schon Jahrtausende lang von Menschen kultiviert, wurde die Quitte züchterisch nur wenig verändert, sodass sie den Charakter einer Wildfrucht weitestgehend bewahren konnte.

Für den Standort sollte ein geschützter Platz ausgewählt werden, da das Holz frostempfindlich ist. Allgemein ist die Quitte wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Ausnahme bildet der Feuerbrand, von dem sie stark befallen wird.

Erntezeit der reifen Früchte ist von September bis Oktober. Wenn die Früchte gelagert werden sollen, liegt der optimale Erntezeitpunkt beim Umschlagen der grünen Grundfarbe in kräftiges Gelb. Ohne Berührung bleiben die Früchte bis zu 10 Wochen in einem kühlen Raum frisch.

Verwendung

Selbst bei Vollreife ist nicht zu empfehlen, die leuchtend gelben, aromatisch duftenden Früchte roh zu verzehren, denn das Fruchtfleisch von stark säuerlich-herbem Geschmack bleibt holzig hart. Gekocht und gesüsst entfaltet es jedoch ein typisches, verlockendes Aroma, sodass die Früchte zu Gelees, Kompotts, Säften und Kuchenbelag verarbeitet werden.

Der Quittenschleim wirkt reizlindernd. Deshalb wird ein Samenextrakt als Hustenmittel sowie gegen Magen- und Darmkatarrhe eingesetzt. Schleimige Umschläge aus zerstossenen Samen helfen bei Verletzungen und Gelenkentzündungen. Auch als Gurgelmittel lindert der Schleim Reizungen und Entzündungen im Mund-Rachen-Raum.

Wissenswertes

"Quitten für die Hochzeitsleut', schafft Lieb' und Lust und Kinderfreud'!"

Schon in der Antike galt die Quitte als Symbol des Glücks, der Liebe und der Fruchtbarkeit.

So verfügte das Athener Gesetz, die junge Braut habe auf der Schwelle des Brautgemachs eine Quitte zu verzehren, was mit der Hoffnung verbunden war, die Frau möge ihrem Gemahl so viele Kinder schenken, wie die Quitte Samenkörner enthält. Wünschen wir der Braut, dass die Quitte gekocht war!

Doch auch gegen Trunkenheit sollte die Frucht helfen: "Quitten, beim Trinken gegessen, hindern den 'Dampf des Weines' daran, in den Kopf zu steigen" (Simon Seth, Arzt im 11. Jahrhundert n. Chr.).

Der Name Quitte leitet sich übrigens aus der griechischen Bezeichnung "Kydomalon" ab. Kydonia ist eine kretische Stadt, und "Malum" bedeutet Apfel. Kydomalon ist also der Apfel aus Kydonia. Aus "Kydomalon" wurde der Artname "Cydonium", daraus dann die deutsche Bezeichnung "Quitte" (ky = qui).

Die Pflanze anders betrachtet

Die Quitte ist eine zarte, verletzliche Pflanze, die es gelernt hat, sich zu schützen. Dieser Schutz macht sie aber nicht nach aussen hart, vielmehr ist sie flaumig weich überzogen. Holzige Strukturen in der Frucht halten die Feuchtigkeit. Der hohe Schleimgehalt verbindet ätherische Öle und Fette mit Wasser.

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