Dr. Hauschka

Passionsblume

Synonyme: Maracuja, maycock, Amerikanische Clematis, Granadilla, Blume der fünf Wundmale
Wissenschaftlicher Name: Passiflora caerulea L.
Familie: Passifloraceae (Passionsblumen-Gewächse)

Heimat

Ganz Amerika und Ostindien

Inhaltsstoffe

Flavonoide mit Vitexin als wichtigster Komponente, Cumarin, Umbelliferon, Maltol.

Beschreibung

Kaum glauben möchte man, dass dies eine echte Blume ist. Wer diese rankende Pflanze in südlichen Gefilden schon einmal bei einem Spaziergang gefunden hat, wird sie wie ein Wunderwerk betrachtet haben. Im krassen Gegensatz zu den dünnen, kahlen, bis zu 5 m langen, grünbelaubten Stängeln stehen die von Mai bis September erscheinenden üppigen Blüten der Passionsblume, die einen Durchmesser von bis zu 8 cm erreichen und einem in Weiss-, Fleischrot- und Violett-Tönen entgegenleuchten. Ein dichter Fadenkranz aus blauen Blättchen umrahmt einen mächtigen dreigliedrigen Stempel und fünf Staubgefässe, die sich dem Betrachter entgegenrecken. Nur einen Tag lang blüht jedes dieser Wunderwerke.

Verwendung

Die Passionsblume wird überall dort eingesetzt, wo nervöse Zustände zu Beschwerden führen: nervöse Unruhe, leichte Einschlafstörungen, nervös bedingte Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. In der Homöopathie wird sie zusätzlich als leichtes krampflösendes Mittel eingesetzt.

Wissenswertes

Als die Passionsblume im 17. Jahrhundert nach Europa importiert wurde, empfing man sie nicht nur ihrer Heilwirkung wegen mit enthusiastischen Worten, sondern auch, weil sie von frommen Christen als Sinnbild der Kreuzigung Christi verehrt wurde. So sah man in der Blüte die ganze Kreuzigungsgeschichte: Die 10 Blütenblätter standen für die 10 Jünger Jesu, der blaue Fadenkranz erschien als der Dornenkranz, im säulenartigen Fruchtknoten sah man den Pfahl der Geisselung, die drei, an den Enden verdickten Griffel des Stempels symbolisierten die Kreuznägel, und die fünf Staubgefässe standen für die Wundmale Jesu. Die Ranken waren die Geisseln, mit denen Jesus geschlagen, und das dreilappige Blatt der Ranken stand für die Lanze, mit der er gestochen wurde. Aus dieser Sichtweise heraus versteht sich wohl der Name der Passionsblume.

Zur Gattung Passiflora zählen Arten mit essbaren Früchten, die als Maracuja bekannt sind. Verspeist wird allerdings nicht das eigentliche Fruchtfleisch, sondern der geleeartige Mantel, mit dem sich die Samenkerne umgeben.

In ihrer Heimat Amerika wurde die Passionsblume von der indianischen Bevölkerung schon seit langer Zeit als Arzneimittel zur Beruhigung und Entspannung sowie als Nahrungsmittel verwendet. Der spanische Arzt Monardes entdeckte sie 1569 für Europa. Die Mönche,

die in der Passionsblume die Leidensgeschichte Christi sahen, vermeinten darin ein Zeichen des Himmels zu sehen, dass die Indianer der eroberten Länder zum Christentum bekehrt werden müssten.

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