Dr. Hauschka

Kampfer

Synonyme: Kampferbaum, Kampferlorbeer
Wissenschaftlicher Name: Cinnamomum camphora (L.) J.S. Presl
Familie: Lauraceae (Lorbeergewächse)

Heimat

Südchina, Südjapan, Formosa (Taiwan)

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, darin als Reinsubstanz der Kampfer

Beschreibung

"Unter vielen Inseln, die wir durchwanderten, war auch eine, auf welcher der Kampferbaum wächst, der so dick und laubig ist, dass hundert Menschen in seinem Schatten Platz haben."

In solch mächtigen Ausmassen wie in den Märchen aus tausendundeiner Nacht beschrieben, wird man ihn wohl nur in seiner Heimat erleben: Bis zu 40 Meter Höhe und 5 Meter Durchmesser kann der Kampferbaum erreichen, der an knorrig verzweigten Ästen länglich-elliptische Blätter trägt, die mit bis zu 13 cm Länge ebenfalls eine beachtliche Grösse annehmen können. Aus den unscheinbaren grünlich-gelben, in Rispen angeordneten Blüten entwickeln sich purpurschwarze Früchte. Verwandt ist er mit Zimt- und Avocadobaum.

Verwendung

Innerlich als Herz- oder Hustenmittel wird Kampfer nur noch selten eingesetzt. Vermehrt Anwendung findet er äusserlich in Form von Kampferspiritus, Salben oder Ölen bei rheumatischen Erkrankungen und Muskelschmerzen, in der Tiermedizin auch bei Zerrungen und Verstauchungen. In der Homöopathie wird Kampfer zur Stärkung bei beginnender Erkältung gegeben.

Wissenswertes

Der Name Kampfer leitet sich vom indonesischen "kapur" = Kalk ab und wurde über das arabische Wort "Kâfur" zu Kampfer. Im Mittelhochdeutschen bezeichnete man mit Kampfer eine harzige Masse.

Kampfer ist ein uraltes chinesisches Heilmittel, das die Araber etwa im 11. Jahrhundert nach Europa mitbrachten. Er galt als überaus kostbar und wurde mit Gold aufgewogen. Von Fürst zu Fürst wurde er als Tribut oder Geschenk gesandt. Im Koran preist man ihn als Kühlungsmittel in den Getränken der Seligen im Paradies. In Indien ist der Kampfer Shiva geweiht und wird zu seinen Ehren bei vielen Gelegenheiten verräuchert. Zum Beispiel gibt es in einigen Tempelanlagen Sri Lankas Plätze, an denen die Gläubigen ihre Wünsche äussern. Sie halten dazu mit beiden Händen eine Kokosnuss, auf der ein Stück Kampfer abgebrannt wird. Während der Kampfer verbrennt, wird der Wunsch in Gedanken geäussert. Ist die Flamme erloschen, wirft der Gläubige die Kokosnuss so kraftvoll zu Boden, dass sie zerbricht.

Kampfer soll negative Einflüsse zerstören und hellsichtige Klarheit hervorrufen. Wohl deshalb wurde er im französischen Okkultismus als magisches Räucherwerk verwendet. Man versetzte sich mit ihm auch in Rauschzustände, musste ihn dazu allerdings essen.

Mit dem stark riechenden Holz lassen sich Insekten fernhalten. Aus diesem Grund wurden Wäschetruhen oder Bücherschränke aus Kampferholz gebaut. Früher fertigte man auch Seemannskisten aus dem leichten Holz oder kleidete sie zumindest damit aus, da dem Holz konservierende Eigenschaften nachgesagt wurden.

♦♦♦♦