Dr. Hauschka

Eisenhut

Synonyme: Fuchswurz, Giftkraut, Kappenblume, Sturmhut, Tübeli, Venuswagen, Wolfskraut, Würgling, Ziegentod
Wissenschaftlicher Name: Aconitum napellus L.
Familie: Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse)

Heimat

Der geschützte Eisenhut liebt es feucht, licht und nährstoffreich. In den Gebirgen Mitteleuropas, im Norden bis Schweden und Norwegen, in Asien (Sibirien, Himalaja) und Nordamerika wächst er mit Vorliebe auf feuchten alpinen Wiesen (Almen), wo er die Füss

Inhaltsstoffe

Aconitin und andere Alkaloide. Vorsicht: Der Eisenhut gehört zu den giftigsten Pflanzen, die bei uns vorkommen. Er darf deshalb in konzentrierten Zubereitungen niemals ohne ärztlichen Rat angewendet werden. Kinder müssen vor ihm gewarnt werden. Es soll schon zu Vergiftungen allein dadurch gekommen sein, dass ein Kind eine Knolle längere Zeit in der feuchten Hand hielt!

Beschreibung

So schön und so giftig: Wer Kinder hat, verbannt dieses eindruckvollste der Hahnenfussgewächse aus seinem Garten und trauert ihm nach. Die tiefblauen, helmartigen Blüten des Eisenhutes haben ihren Aussichtsplatz im ährenartigen Blütenstand auf 1,20 bis 1,50 m hohen Stängeln und leuchten weithin sichtbar von Juni bis September. Venuswagen heisst die Pflanze auch wegen der bizarren Form dieser grossen Blüten, die sich erst durch umgebildete Kronblättaer zu ihrer beeindruckenden Grösse aufblähen. Unter ihnen verborgen finden sich die eigentlichen, recht kleinen und unscheinbaren Blütenblätter. Nur die grossen Hummeln vermögen von unten in diese geräumigen Blütengebilde zu gelangen. Nektardiebe beissen sie einfach von aussen an. Nicht minder schön sind die grossen, filigran geschlitzten Blätter. Die Wurzel ist rübenartig und bildet im Laufe des Jahres eine neue Knolle, während die vorjährige im Winter abstirbt.

Verwendung

Eisenhut wirkt in potenzierter Form über das Nervensystem auf fast den gesamten Organismus. Vorrangig ist die schmerzlindernde Wirkung bei Neuralgien, Ischias und Gicht. Zusätzlich wirkt er gegen Fieber und hilft bei Erkältungskrankheiten (besonders Schnupfen und Bronchialkatarrh), auch vorbeugend. In der Homöopathie setzt man den Eisenhut auch bei gewissen Herzleiden ein. Als Hausmittel fand er nur zögerlich Verwendung, sicherlich wegen seiner Giftigkeit. Plinius berichtete lediglich über seine Anwendung bei Augenleiden. Erst nach dem Mittelalter wurde er neben den genannten Leiden auch gegen Schlaflosigkeit sowie Entzündungen im Verdauungstrakt eingesetzt. Nochmals soll davor gewarnt werden, den Eisenhut in konzentrierten Zubereitungen selbst anzuwenden. Es besteht wegen seiner Giftigkeit akute Lebensgefahr! Nur in den Händen eines Arztes ist er ein hochpotentes und nützliches Arzneimittel.

Vergiftungserscheinungen

Schon wenige Minuten nach dem Verzehr von Pflanzenteilen macht sich ein Brennen im Mund und Kribbeln am ganzen Körper bemerkbar. Gleichzeitig kommt es zu Schweissausbrüchen, die von Frösteln und starkem Kältegefühl abgelöst werden. Hinzu kommen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und starker Speichelfluss. Schliesslich sterben die Gliedmassen ab, die Atmung verflacht und wird langsam.

Schon nach 20 Minuten kann durch Kollaps der Tod eintreten!

Wissenswertes

Der wissenschaftliche Name Aconitum wurde in der Antike bei Dichtern wie Ovid als Kollektivname für starke Gifte verwendet. Vom lateinischen nápus = Rübe stammt die Bezeichnung napellus, was sich also auf die rübenartig verdickte Wurzel bezieht. Das Synonym Wolfskraut rührt wohl von der Aussage her, dass der Eisenhut selbst Wölfe töte.

Die griechische Mythologie weiss zu berichten, weshalb der Eisenhut solch starke Giftigkeit besitzt. Herkules soll Schuld sein, neben Orpheus der einzige Bezwinger des Höllenhundes Cerberus, Wächter der Unterwelt. Die Wut gegen Herkules übertrug sich auf den vom überwältigten Cerberus gestreiften Eisenhut. Die griechische Zauberin Medea bediente sich des Eisenhutes, um Rache an ihrem untreu gewordenen Ehemann Jason zu nehmen, indem sie versuchte, damit seinen Sohn Theseus zu töten.

Im Altertum wurde der Eisenhut hauptsächlich seiner Giftwirkung wegen verwendet. Mit ihm vergiftete Pfeil- und Speerspitzen sowie Schwerter waren eine tödliche Waffe. Weiterhin diente es zum Abfaulen von Fleischteilen. Im Jahre 117 n.Chr. wurde in Rom dann im Zuge der ersten Gesetze gegen Giftmischerei das Pflanzen von Eisenhut in Gärten verboten.

Im Mittelalter wurde der Eisenhut lediglich zum Töten von Läusen empfohlen. Ansonsten rückte er wegen der

Vergiftungsfälle ins Interesse: Makaber lesen sich die Berichte der von Papst und Kaiser genehmigten Versuche an zum Tode verurteilten Verbrechern, ein Gegengift zu finden.

Aus dem Russischen stammt die Legende, dass sich Luzifer unter einem Eisenhut versteckte, als er aus dem Himmel vertrieben wurde. Der Erzengel Gabriel soll ihn dort aber aufgespürt und die Pflanze mit einem Blitz durchschossen haben, so dass Luzifer weglief.

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