Dr. Hauschka

Erste Bio-Mangobutter weltweit

  • Mango Frucht

    Mango Frucht

  • Mango Baum

    Mango Baum

Mangobutter – bisher gab es diesen für Kosmetikhersteller wichtigen Rohstoff nicht in Bioqualität. Jetzt ist das anders. Dafür hat Dr. Hauschka in Indien ein Rohstoffprojekt initiiert. Projekt und Rohstoff haben die Testphase erfolgreich durchlaufen mit dem Ergebnis, dass jetzt Dr. Hauschka Produkte nur noch mit Bio-Mangobutter hergestellt werden. Der wertvolle Rohstoff in Bioqualität hat seinen Preis. Dr. Hauschka ist es das wert.

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Christine Ellinger ist die treibende Kraft hinter der Bio-Mangobutter. Sie ist bei der WALA Heilmittel GmbH, dem Hersteller der Dr. Hauschka Kosmetik, im Rohstoffeinkauf tätig. Anliegen der WALA ist es, die Biolandwirtschaft weltweit auszubauen. Denn Bioanbau heißt, weniger Kunstdünger und weniger Pestizide. „Davon profitieren Mensch und Natur gleichermaßen“, sagt Christine Ellinger. Für die WALA Rohstoffeinkäuferin war nicht nachvollziehbar, dass sehr wohl Mangofrüchte in ökologisch zertifizierter Qualität angebaut werden, der wertvolle Kern jedoch nicht weiter verarbeitet wird. „Die Früchte werden zum einen als Frischfrucht angeboten, der Großteil findet jedoch seinen Weg als Saft oder Trockenfrucht zum Verbraucher“, erklärt Christine Ellinger. Übrig bleiben Schale und Stein. Und genau diesem Stein galt das Interesse von Christine Ellinger, weil er den Kern mit dem wertvollen Rohstoff enthält.

Bio-Mangobutter – ein Verarbeitungsprojekt

Mangos wachsen in vielen Ländern der Welt. Christine Ellinger bereiste verschiedene Kontinente und führte viele Gespräche, bis sie 2008 in dem Inder Nanalal Satra den richtigen Gesprächspartner fand. Nanalal Satra ist Geschäftsführer der Castor Products Company, die bereits seit einigen Jahren für die WALA kaltgepresstes Rizinusöl in Bioqualität herstellt. „Nanalal Satra hat sofort verstanden, was wir benötigen“, sagt Christine Ellinger. Trotzdem hat es noch eine ganze Weile gedauert, bis viele Fragen der Bio-Mangobutter-Produktion geklärt waren. Christine Ellinger betrat mir ihrem Projekt Neuland, weil die WALA bis dahin die Mangobutter mangels Alternativen als fertigen Rohstoff zugekauft hatte. Es galt, viele Fragen zu klären: „Wie können die Mangokerne aus dem Mangostein gelöst werden?“, „Wie kann wiederum die Mangobutter aus dem Kern gelöst werden?“ oder „Wie kann sichergestellt werden, dass die Mangobutter ohne Konservierung stabil bleibt?“ „Anfangs wussten wir nicht, welche Menge an Früchten nötig wäre, um unseren Bedarf an Bio-Mangobutter zu decken“, berichtet Christine Ellinger. Um das herauszufinden, fanden 2009 die ersten Verarbeitungsversuche statt. Um an die Mangobutter zu gelangen, müssen zunächst die Steine in der Sonne einige Tage lang getrocknet werden. Dann können von Hand die Steine aufgeschnitten und der Kern herausgeholt werden, der ebenfalls getrocknet werden muss. Eine Herausforderung – denn kurz nach der Mangoernte beginnt die Regenzeit. Deshalb muss in der Regel ein Teil der Kerne vollends in Öfen getrocknet werden. Um den Bedarf an nicht regenerativer Energie dafür so gering wie möglich zu halten, setzen Nanalal Satra und WALA auf Sonnenenergie. „Dafür haben wir eine Studie in Auftrag gegeben, wie die Kerne am besten solar getrocknet werden können“, sagt Christine Ellinger. Sobald alle Kerne trocken sind, finden sie ihren Weg per Schiff nach Deutschland, wo aus ihnen die wertvolle Bio-Mangobutter extrahiert wird. Ziel der WALA ist es, die Mangobutter direkt aus Indien beziehen zu können, damit noch mehr Wertschöpfung im Land bleibt. Aber schon jetzt ist eine nachhaltige Wertschöpfungskette entstanden, da die Mangosteine und -kerne nicht mehr weg-geworfen oder verfeuert werden, sondern zu einem wertvollen Rohstoff veredelt werden können. Das Schöne für Nanalal Satra: Er kann für die Zeit der Bio-Mangokerngewinnung 40 Saisonarbeiter zusätzlich beschäftigen.

Mangobutter – Rohstoff mit zartem Schmelz

Mangobutter ähnelt von der Konsistenz her der Kakaobutter. Sie pflegt die Haut, versorgt sie mit unterschiedlichen Fettsäuren und sorgt dafür, dass sie feucht und geschmeidig bleibt. Fältchen können reduziert werden, und raue Haut wird durch Mangobutter besonders gut gepflegt. Sogar ein leichter UV-Schutz lässt sich nachweisen. Mangobutter kann auch gegessen werden, weshalb sie auch in der Schokoladenherstellung ihren Einsatz findet.

Mangobutter bei Dr. Hauschka

Folgende Dr. Hauschka Produkte enthalten Bio-Mangobutter:

  • Aufbauende Maske: glättende, festigende Intensivpflege für feuchtigkeitsarme, in ihrer Spannkraft nachlassende Haut
  • Augencreme: leichte, feuchtigkeitsbewahrende und glättende Augenpflege, die Fältchenbildung vorbeugt
  • Lip Gloss 
  • Dr. Hauschka Med Gesichtscreme Mittagsblume: bei sehr trockener, juckender, schuppiger Haut. Zur täglichen Gesichtspflege bei Neurodermitis
  • Dr. Hauschka Med Intensiv Creme Mittagsblume: zur partiellen Pflege bei sehr trockener, juckender, schuppiger Haut. Therapiebegleitende Pflege bei Neurodermitis
  • Dr.Hauschka Med Pflege Lotion Mittagsblume: bei sehr trockener, juckender, schuppiger Haut. Zur täglichen Körperpflege bei Neurodermitis

Ätherisches Rosenöl aus Äthiopien

Bei ätherischem Rosenöl denkt man an die Türkei, Bulgarien, den Iran oder Afghanistan – aber an Äthiopien? Dabei ist das Hochland von Äthiopien – berühmt für seinen Kaffee – auch bestens geeignet für den Anbau der Duftrose Rosa damascena, aus der das äußerst kostbare ätherische Öl gewonnen wird.

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Bei ätherischem Rosenöl denkt man an die Türkei, Bulgarien, den Iran oder Afghanistan – aber an Äthiopien? Dabei ist das Hochland von Äthiopien – berühmt für seinen Kaffee – auch bestens geeignet für den Anbau der Duftrose Rosa damascena, aus der das äußerst kostbare ätherische Öl gewonnen wird.

Im Jahr 2005 hat der Äthiopier Fekade Lakew auf sechs Hektar Land mithilfe der WALA Heilmittel GmbH begonnen, Damaszenerrosen nach den Prinzipien des biologisch-dynamischen Landbaus anzubauen. Bis heute hat er seine Fläche auf 25 Hektar erweitert. 2012 wurde das erste ätherische Rosenöl destilliert. Es ist das erste Rosenöl in Bioqualität in Afrika überhaupt. Gemäß ihrem hohen Qualitätsanspruch, möglichst nur Rohstoffe aus biologisch-dynamischem oder kontrolliert biologischem Anbau zu verwenden, ist es für WALA, Hersteller der WALA Arzneimittel und der Dr.Hauschka Kosmetik, sehr wichtig, neue Rohstoffpartnerschaften aufzubauen.

Die Rosenfarm der Firma Terra PLC liegt auf 2900 Metern Höhe, etwa 125 Kilometer nördlich der Hauptstadt Addis Abeba, in Debre Birhan. Die große Höhe ist ideal für die Damaszenerrose. Begonnen hat alles 2002 zunächst mit dem Anbau von Gemüse. Dann kam eine kurze Phase mit Schnittrosen. Da diese jedoch die späten Fröste, die im äthiopischen Hochland vorkommen können, nicht vertrug, entschied sich Fekade Lakew die robustere Damaszenerrose zu kultivieren. Der Kontakt zur WALA war schnell hergestellt und diese wiederum von dem Projekt begeistert. „Wir waren schon länger am Überlegen, den Rosenanbau in der Nähe des Äquators zu versuchen“, sagt Ralf Kunert, Geschäftsführer der naturamus GmbH. Denn je näher die Pflanze am Äquator wächst, desto länger ist ihre Blühdauer. Während in den bekannten Rosenanbauländern wie Bulgarien, der Türkei oder dem Iran innerhalb von vier Wochen die Rosen blühen und somit auch geerntet werden müssen, dauert es in Debre Birhan acht Wochen. „Ein Riesenvorteil“, erklärt Ralf Kunert, „weil man für die Ernte derselben Menge Rosenblüten doppelt so viel Zeit hat.“ Das heißt, die Menschen stehen weniger unter Druck, man braucht weniger Pflücker, kann diese dafür aber länger, wenn nicht sogar dauerhaft beschäftigen, die Qualität der Rosen kann beim Pflücken auch noch besser überwacht werden und die Destille wird gleichmäßiger ausgelastet. Und mit noch etwas können die Rosen aus dem äthiopischen Hochland punkten: Sie sind mit vier Gramm pro Blüte annähernd doppelt so schwer wie die Rosenblüten aus anderen Anbauländern. Dort bringt es eine Blüte auf zwei bis zweieinhalb Gramm.

WALA übernimmt soziale Verantwortung

Als Anschub für das Projekt hatte die WALA die Stecklinge gespendet. Nach neun Jahren sind daraus stattliche Rosensträucher gewachsen. Damit die Rosen von Anfang an die richtige Pflege erhalten und damit optimale Startbedingungen haben, stellte die WALA Fekade Lakew und seinen Mitarbeitern einen Berater für biologisch-dyna­mischen Landbau zur Seite. Dieser kommt in regelmäßigen Abständen mehrmals im Jahr auf die Rosenfarm und schult und berät die Menschen dort im richtigen Anbau der Rosen. Um sicherzustellen, dass die hohen Ansprüche erfüllt werden, die die WALA generell an die von ihr verarbeiteten Rohstoffe stellt, hat in 2012 auch das erste Zertifizierungsaudit nach Demeter-Richtlinien und nach „fair for life“ – einem Fair­trade-Standard – stattgefunden. Die Kosten dafür trug die WALA. Ebenfalls 2012 ist eine Destille errichtet worden. Diese war mit Geld der WALA und der deutschen Entwicklungshilfeorganisation GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) unter Anleitung eines bulgarischen Destillenbauers, den die WALA vermittelt hatte, in Äthiopien hergestellt worden. „Uns ist es wichtig, dass im Land und bei unseren Projektpartnern das Wissen aufgebaut wird. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto der WALA“, berichtet Ralf Kunert.

Ziel eines jeden WALA Rohstoffprojekts ist es, den biologischen Anbau auf der ganzen Welt auszuweiten. Die Partner werden vor Ort finanziell und durch Expertise unter­stützt. Die WALA verpflichtet sich vertraglich, die Rohstoffe aus dem Projekt abzu­nehmen. Das gibt den Projektpartnern Planungssicherheit, und die Löhne an die Mit­arbeiter können zuverlässig gezahlt werden. WALA achtet bei Lieferantenbeziehungen generell auf angemessene Arbeitsbedingungen und Löhne und einen bewussten und verantwortlichen Umgang mit der Umwelt.

Ein Hektar Rosen für ein Kilogramm ätherisches Rosenöl

Etwa ein Hektar Rosen ist nötig, um daraus ein Kilogramm des kostbaren Öls zu gewinnen, das in nahezu allenDr. HauschkaKosmetikprodukten und in vielen WALA Arzneimitteln Verwendung findet. Für zehn Jahre hat sich die WALA verpflichtet, alles Rosenöl, das auf der Rosenfarm produziert wird, abzunehmen. „Danach sollte Fekade Lakew sein Rosenöl auch anderen Abnehmern anbieten“, sagt Ralf Kunert. „Wir wollen nicht, dass ein Vertragspartner von uns abhängig ist, sondern vielmehr mehrere Abnehmer hat und damit auf eigenen Beinen stehen kann.“

Inzwischen hat Fekade Lakew weitere 14 Hektar Land im zehn Kilometer entfernten Angolela dazugepachtet. Privatbesitz von Land ist bisher bis auf eine ganz kleine Fläche für den Eigenbedarf vom Staat nicht erlaubt. In Angolela wachsen bereits viele Rosensträucher und es sollen noch mehr werden, wenn sich Bauern aus der Umgebung dem Beispiel von Fekade Lakew anschließen. Das könnte schon bald sein, denn aus dem Nachbardorf gibt es einige Interessenten. Wenn alles gut geht, werden auch sie bald Rosen anbauen und in der kürzlich erweiterten Destille von Terra PLC ätherisches Rosenöl herstellen lassen. So wächst der Rosenanbau in Äthiopien, und die wirtschaftliche und soziale Situation einiger Menschen dort kann sich langsam aber stetig verbessern.

Vom Kap der Guten Hoffnung: Mittagsblumen aus Südafrika

  • Mittagsblumen aus Südafrika

    Die Mitarbeiter der Parceval Ltd. Pharmaceuticals.

  • Mittagsblumen aus Südafrika

    Mittagsblumen-Felder auf der Waterkloof-Farm.

  • Mittagsblumen aus Südafrika

    Mittagsblumen-Ernte um sieben Uhr morgens.

  • Mittagsblumen aus Südafrika

    Mittagsblumen-Ernte um sieben Uhr morgens.

  • Mittagsblumen aus Südafrika

    Die geernteten Mittagsblumen kommen auf die Waage.

  • Mittagsblumen aus Südafrika

    Mittagsblume (Mesembryanthemum crystallinum).

  • Mittagsblumen aus Südafrika

    Felder der Waterkloof-Farm.

  • Mittagsblumen aus Südafrika

    Vorbereitung der Pflanzkästen

  • Mittagsblumen aus Südafrika

    Junge Mittagsblumenpflänzchen.

  • Mittagsblumen aus Südafrika

    Mittagsblume (Mesembryanthemum crystallinum).

Die hitzeresistente Mittagsblume, das Herz der Dr. Hauschka Med Haut Präparate, stammt aus Südafrika. Ein Besuch bei Ulrich Feiter, der die Mittagsblume kultiviert und den eine lange Geschichte mit der WALA verbindet.

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Sieben Uhr morgens im Winter Südafrikas, Ibisrufe durchschneiden die Ruhe. Die Sonne ist gerade aufgegangen, als sieben Mitarbeiter der südafrikanischen Parceval Ltd. Pharmaceuticals mit der Ernte der Mittagsblume beginnen, die auf den Feldern der zum Unternehmen gehörigen Waterkloof-Farm wachsen. Es ist mit 14 Grad Celsius an diesem Augustmorgen kühl im Vergleich zum bis zu 45 Grad Celsius heißen Sommer. Das Ernteziel an diesem Tag sind 1,5 Tonnen. Da die Pflanzen üppig gewachsen sind, ist es nach drei Stunden erreicht.

Rund zehn Tonnen Mittagsblume (Mesembryanthemum crystallinum) jährlich produziert Parceval Ltd. Pharmaceuticals auf seiner biologisch-dynamisch bewirtschafteten und biozertifizierten Waterkloof-Farm. Um Saatgutgewinnung, Kompostgewinnung, Jungpflanzenanzucht und Ernte kümmern sich die Farm-Mitarbeiter. Sie kultivieren die Mittagsblume über die Wintermonate, weil sie dann schneller und saftiger wächst. Am natürlichen Standort der Mittagsblume erkennt man dafür ihr Wesen. Als Pionierpflanze siedelt sie sich gerne auf Flächen an, die in ihrem normalen Gefüge gestört sind.

Ulrich Feiter ist Gründer und Kopf der Parceval Ltd. Pharmaceuticals. Die Zusammenarbeit zwischen der WALA und ihm begann bereits 1986. Damals arbeitete der gelernte Gärtner für knapp zwei Jahre als Werkstudent in verschiedenen Abteilungen der WALA und lernte unter anderem das rhythmische Herstellungsverfahren kennen, mit dem sich haltbare wässrige Heilpflanzenauszüge, die so genannten Urtinkturen herstellen lassen. Mit diesem Wissen und dem Auftrag der WALA, Urtinktur aus der wärmeliebenden Pflanze Bryophyllum herzustellen, ging Feiter nach Südafrika.

Ulrich Feiter sieht seinen Auftrag in Südafrika nicht allein darin, Auftragshersteller zu sein. „Mir ging es nie um Profit“, sagt er, wenn man ihn nach seinen Visionen fragt. Es gehe ihm vielmehr darum, Ideen weiterzutragen, Brücken zu schlagen und Afrika zu helfen. Deshalb initiierte er 2005 die Gründung von AAMPS, der Association for African Medicinal Plants Standards, die jüngst Beschreibungen von mehr als 50 afrikanischen Heilpflanzen herausgebracht hat, um diese nutzbar zu machen. Und deshalb bereitet er zurzeit die Gründung einer Mitarbeiterstiftung vor, über die die Parceval-Belegschaft finanziell beteiligt sein wird und bei den Geschäften des Unternehmens mitbestimmen soll. Eine große Herausforderung für das Verantwortungsgefühl aller, das nur mit Geduld und vielen Gesprächen wächst. Aber der richtige Schritt in die Zukunft.

Bio-Rizinus aus Indien

  • Rizinusöl aus Indien

    Vielerorts in Indien müssen die Frauen zu Fuß Wasser holen.

  • Rizinusöl aus Indien

    Shailesh Vyas von der NGO Satvik berät Bauern in Kutch, die biologischen Landbau betreiben.

  • Rizinusöl aus Indien

    Rizinusernte.

  • Rizinusöl aus Indien

    Geerntete Samenkapseln des Rizinus.

  • Rizinusöl aus Indien

    Nananal Satra produziert in seiner Ölpresse biologisch zertifiziertes Rizinusöl.

  • Rizinusöl aus Indien

    Transportsäcke für Riziunssamen mit Bio-Label und laufender Nummer helfen dabei zu kontrollieren, dass nur biozertifizierte Ware vom Anbauer zur Ölpresse gelangen.

  • Rizinusöl aus Indien

    Rizinus (Ricinus communis) mit reifenden Früchten.

  • Rizinusöl aus Indien

    Die Bewohner von Jadsa bauen Rizinus an.

  • Rizinusöl aus Indien

    Die WALA Mitarbeiterin Christine Ellinger hört sich die Wünsche der Dorfbewohner von Jadsa an und schenkt den Frauen <nobr>Dr. Hauschka</nobr> Kosmetik.

Rizinusöl ist ein pflegender Bestandteil in einer Reihe von Dr. Hauschka Kosmetikprodukten und die Grundlage der Dr. Hauschka Bäder. Als die WALA diesen Rohstoff auf biozertifizierte Qualität umstellen wollte, stellte sie fest, dass weltweit nirgendwo Rizinusöl in dieser Qualität zu erhalten war. Das lässt sich ändern, sagte sich 2005 die WALA Rohstoffeinkäuferin Christine Ellinger und aktivierte ihre indischen Kontakte zu ökologisch wirtschaftenden Bauern und zur regierungsunabhängigen Organisation Satvik.

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Bereits 1995 gründeten motivierte ökologisch orientierte indische Bauern die Nichtregierungsorganisation Satvik. Ihr Ziel war, den ökologisch angepassten, so genannten Regenfeldbau in der trockenen nordindischen Region Kutch zu fördern. Als dort 2001 nach einem starken Erdbeben mindestens 20.000 Menschen das Leben verloren und sehr viele Überlebende ihre Existenzgrundlage, wurde es umso wichtiger, auf eine Anbaumethode umzusteigen, die wenig Kosten verursacht und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit erhält oder sogar steigert. Satviks vermehrter Einsatz war gefragt.

Erstmals biozertifiziertes Rizinusöl

Da kam Christine Ellinger, studierte Ökotrophologin und Agrarwissenschaftlerin, 2005 mit ihrer Frage nach Bio-Rizinus bei Satvik genau zur richtigen Zeit. Die Bauern produzierten damals zwar bereits nach ökologischen Kriterien, waren jedoch nicht offiziell biozertifiziert. Mittels finanzieller Unterstützung der Beratertätigkeit von Satvik und mit ihrer langjährigen Erfahrung konnte die WALA dazu beitragen, die gesamte Anbau- und Verarbeitungskette für Rizinus durch IMO (Institut für Marktökologie) biozertifizieren zu lassen. Diese unabhängige Kontrollorganisation untersucht Produkte, Landwirtschaft, Verarbeitung, Import und Handel nach ökologischen Gesichtspunkten gemäß der EG-Öko-Verordnung. So begann 2005 eine langjährige Partnerschaft, bei der letztendlich als Weltpremiere biozertifiziertes Rizinusöl herauskam.

Mein Traum ist, nur noch Rizinusamen aus Bioanbau zu verarbeiten

Seit 2005 steht Nanalal Satra, Eigentümer und Geschäftsführer der Castor Products Company in Nandgam (Kutch), in Kontakt mit der WALA. Angeregt durch Christine Ellingers Anfrage und vermittelt durch Satvik stellt er seit 2007 in seiner Ölpresse kaltgepresstes Rizinusöl aus den biologisch angebauten Samen her, die er den biozertifizierten Bauern der Region abkauft – für einen um 15 bis 18 Prozent höheren Preis im Vergleich zu konventionellen Rizinussamen. Begeistert von der biologischen Produktionsweise, baute er im Jahr 2009 eine weitere, von IMO zertifizierte Produktionslinie auf, über die er ausschließlich Rizinusöl in biozertifizierter Qualität herstellt. Den Mehrerlös aus dem Verkauf dieses Bio-Rizinusöls nutzt Nanalal Satra, um Sozialräume für seine Arbeiter einzurichten, um die Bauern bei der Umstellung auf Bio-Anbau sowie bei der Zertifizierung zu unterstützen und um den Bauern das Kochen mit Biogas zu ermöglichen. Bereits 50 Bauern finanzierte er Biogasanlagen, mit denen eine Familie mit einer Kuh alle Mahlzeiten zubereiten kann. In der trockenen, baumarmen Region Kutch ist das ein Segen.

Finanzielle Unabhängigkeit als großes Ziel

Inzwischen sind die landwirtschaftlichen Flächen von gut 140 Familien biozertifiziert. Sie erzeugen auf etwa 1.175 Hektar Land rund 277 Tonnen Rizinussamen und sichern sich dadurch ein festes Zusatzeinkommen. Nanalal Satras Ölproduktion von 60 Tonnen im Jahr überschreitet heute bei weitem den Bedarf der WALA, sodass er mittlerweile mit mehreren Handelspartnern zusammenarbeitet. „Das ist ganz in unserem Sinne“, sagt Christine Ellinger. Es gehe schließlich darum, in einer strukturell benachteiligten Region Produktionszweige so anzuregen und zu unterstützen, dass sie stabil und aus sich selbst heraus bestehen können und den Menschen vor Ort zu finanzieller Unabhängigkeit verhelfen. Und zu besseren sozialen Bedingungen. Denn neben der wirtschaftlichen Beratung laufen Gesundheits- und Ausbildungsprogramme der Nichtregierungsorganisation. Auch Christine Ellinger achtet bei ihren Besuchen auf soziale Aspekte. Bei ihrem letzten Besuch zeigte Nanalal Satra stolz die verbesserten Sozialräume für seine Mitarbeiter. Christine Ellinger freut sich sichtlich: Begegnungen verschiedener Kulturen tragen vielseitig Früchte.

Rosen aus Afghanistan

  • Rosen aus Afghanistan

    Kinder spielen mit den geernteten Rosenblueten.

  • Rosen aus Afghanistan

    Rosenprojekt in Nangarhar. Die Bauern wissen inzwischen, dass die Welthungerhilfe sorgfältig Buch führt über ihre Erträge.

  • Rosen aus Afghanistan

    Frisch gepflückte Rosenblüten kommen in Kochkessel, die zur Rosendestillationsanlage gehören.

  • Rosen aus Afghanistan

    Für die Rosenölgewinnung werden die gepflückten Blüten in Kesseln gekocht. Wenn ausreichend Wasser eingefüllt ist, schließen die Arbeiter die Kessel mit Deckeln, über die der Dampf über Kondensationsröhren abgeleitet wird.

  • Rosen aus Afghanistan

    Ein Teil der Rosenblüten wird getrocknet, um sie zum Beispiel für Ölauszüge einzusetzen.

  • Rosen aus Afghanistan

    Nach der Rosendestillation bleiben ausgekochte Rosenblätter zurück, die getrocknet und in Blöcke geschnitten als Brennmaterial genutzt werden.

Um dem Opiumhandel langfristig entgegen zu wirken – immerhin 80 Prozent des Weltverbrauchs an Heroin bedient Afghanistan - und den Menschen gleichzeitig eine Alternative zur Existenzsicherung zu bieten, bauen seit Oktober 2004 auf Initiative der Deutschen Welthungerhilfe 700 Bauern auf mehr als 100 Hektar Land die Öl-Rose Damascena an. Mit der Herstellung von Rosenöl ließ man eine alte afghanische Tradition wieder aufleben. Mittlerweile wird eine große Menge Rosenöl produziert und überwiegend an die WALA verkauft, die das Projekt von Anfang an begleitet hat.

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Bereits im Sommer 2006 signalisierte WALA Interesse am afghanischen Rosenöl und unterstützt seitdem das Projekt durch Expertise und Know how. Durch die Kooperation erschließt sich der Hersteller von Naturkosmetik eine zusätzliche Quelle des kostbaren Rohstoffs, denn der Bedarf an Ölen aus ökologisch angebauten Pflanzen wächst stetig. Die Bereitschaft der Bauern, sich den Anforderungen der Naturkosmetik entsprechend zu zertifizieren, machte die Zusammenarbeit zwischen WALA und der Deutschen Welthungerhilfe möglich.

www.welthungerhilfe.de

Rosenduft in der Wüste: Iran

  • Rosen aus dem Iran

    Die Rosenernte in Lalehzar-Tal beginnt früh morgens.

  • Rosen aus dem Iran

    Rosen gedeihen bei richtiger Kulturführung inmitten der Wüste, hier auf einem Testfeld für biologisch-dynamischen Anbau in Mehdi Abad.

  • Rosen aus dem Iran

    Alle im Lahlezar-Tal helfen bei der zeitlich begrenzten Rosenernte mit.

  • Rosen aus dem Iran

    Rosenernte in Mehdi Abad.

  • Rosen aus dem Iran

    Alle helfen, die im Lalehzar-Tal geernteten Rosen sofort zur Dorfdestille zu transportieren.

  • Rosen aus dem Iran

    Die Rosenfeldbesitzer erhalten eine Quittung darüber, wie viele Rosenblüten sie abgeliefert haben. Gleich im Anschluss können sie damit ihre Bezahlung abholen.

  • Rosen aus dem Iran

    Aus den frisch geernteten Rosenblüten lassen sich per Wasserdampfdestillation das kostbare ätherische Rosenöl sowie Rosenwasser gewinnen.

  • Rosen aus dem Iran

    Getrocknete Knospen der Damaszener Rosen sind die Grundlage für Ölextraktionen, die zum Beispiel im <nobr>Dr. Hauschka</nobr> Pflegeöl Rosenblüten verarbeitet sind.

  • Rosen aus dem Iran

    Homayoun Sanati gründete die Zahra Rosewater Co. im Iran, die unter anderem Damaszener Rosen in Bioqualität anbaut.

  • Rosen aus dem Iran

    Die Zahra Rosewater Co. im Iran engagiert sich vielseitig sozial, zum Beispiel gründete sie ein Waisenhaus für Mädchen in der durch ein heftiges Erdbeben stark zerstörten Stadt Bam.

Der Duft von Rosen liegt in der Luft. Hans Supenkämper geht mit Mahdi Maazolahi zwischen den hohen Weidenbäumen, die sich gegen den strahlend blauen Himmel abheben, und dem Gebäude mit der Destille hindurch zu dem Platz, wo der Kompost reift. Die 4000 Meter hohen Berge im Hintergrund sind noch schneebedeckt, während die beiden so unterschiedlichen Männer die Hitze des Maitages zu spüren beginnen. Der Landwirt Hans Supenkämper, ein großer kräftiger Mann mit sanften Augen, berät als Mitarbeiter der WALA im Iran Bauern in biologisch-dynamischer Landwirtschaft. Heute ist er zusammen mit dem landwirtschaftlichen Berater der Zahra Rosewater Company Mahdi Maazolahi bei den Feldern des Bergdorfes Mehdi Abad, um den im letzten Herbst angesetzten Kompost zu begutachten:

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Pistazienschalen zu Kompost

Mahdi Maazolahi, ein kleiner Mann mit dichten schwarzen Haaren und rundem Gesicht, befindet sich ständig in Bewegung. Flink bewegt er sich neben dem großen Deutschen, dessen unverkennbares Zeichen der hellbraune Hut mit Kordel ist. Hans Supenkämper ist zufrieden. Die Pistazienschalen haben sich vollständig zersetzt, die entstandene Erde ist feinkrümelig, nicht zu trocken und nicht zu feucht und duftet angenehm. Sorgfältig deckt er den Komposthaufen wieder mit der Plane zu, die eine zu große Verdunstung in dieser wüstenähnlichen Gegend verhindert. Es ist eh ein Wunder, dass hier so üppig blühende Rosen gedeihen, in einer Landschaft, die vom Wassermangel geprägt ist. Kaum Bäume, nur spärliches Grün bedeckt den harten Boden dieser einsamen Bergregion. Hörbare Stille umgibt die Pflückerinnen, die im Feld nebenan schweigsam die frischen Blüten der Damaszener Rosen ernten. Um ihre Hüften haben sie Beutel gebunden, in denen sie die Blüten sammeln. Ist der Beutel voll, schütten sie die Blüten in größere Säcke, die danach ihre Männer in die Destille tragen. Zwischen den pink rosa blühenden Rosenbüschen heben sie sich mit ihren bunten Kleidern und Kopftüchern ab.

Die Felder in Mehdi Abad sind Testfelder des iranischen Unternehmens Zahra Rosewater Company, die die Firma mit Unterstützung der WALA biologisch-dynamisch bearbeitet. Das meiste ätherische Rosenöl und Rosenwasser gewinnt Zahra im Tal Lalehzar, das auf etwa 2200 Metern Höhe im Zentrum Irans liegt. Der 83-jährige Gründer von Zahra Rosewater, Homayoun Sanati, erzählt gerne, wie er und seine Frau in Lalehzar vom intensiven Geschmack der Minze überrascht waren, als sie dort zum Essen waren. Auf dem von seinem Vater Abdul-Hossein Sanati geerbten Grund Rosen anzubauen, war da naheliegend. 1500 Bauern arbeiten heute mit der Zahra Rosewater Company zusammen, die zu 50 Prozent der Sanati Stiftung gehört, eine Einrichtung, die Homayoun Sanatis Großvater gründete.

Dem Geheimnis Europas auf der Spur

Haj Ali Akbar Sanati (1858-1938), ein wissbegieriger Händler aus der iranischen Wüstenstadt Kerman, suchte eine Antwort auf die Frage, was den Erfolg Europas ausmache. Etwa im Jahre 1901 zog er zu Fuß aus, die Antwort zu finden. Sein Weg führte ihn über Indien und das osmanische Reich bis nach Wien. Zehn Jahre war er unterwegs, bis er über Russland und Zentralasien zurück nach Kerman kam. Die Antwort hatte er mit im Gepäck: Bildung und Industrie seien das Geheimnis, nach dem er geforschte hatte. So gründete er in seinem damals beschaulichen Heimatort Kerman eine Textilindustrie sowie ein Waisenhaus, in dem die Kinder nicht nur Unterkunft, sondern zusätzlich Erziehung und Unterricht bekamen, auch in industrieller Arbeit. Er nahm als zusätzlichen Namen das persische Farsi-Wort Sanati an, was übersetzt „industriell“ bedeutet. Zu dieser Zeit hatte man in Iran keinen Nachnamen. Viele Waisenkinder nahmen dennoch freiwillig den Namen Sanati an. Anfang der 1960er Jahre gründete Homayoun Sanatis Vater auf dem Gelände des Waisenhauses zusätzlich ein Museum für moderne Kunst und eine Bibliothek, die bis heute bestehen.

Kinder sind unsere Zukunft

„Wir müssen den Kindern das Denken beibringen, nicht das sture Auswendiglernen wie an den staatlichen Schulen.“ Homayoun Sanatis Augen blitzen, wenn er über sein jüngstes Projekt redet. 1974, nach dem Tod seines Vaters, hat er unter anderem die Leitung des Waisenhauses übernommen. Seit er 2006 den Chemie-Professor Ali Mostafavi als Geschäftsführer für Zahra Rosewater eingesetzt hat, widmet er den Waisenhäusern der Sanati-Stiftung mehr Zeit. Neben dem Waisenhaus für Jungen in Kerman gibt es eines für Mädchen in der durch ein heftiges Erdbeben stark zerstörten Stadt Bam, dazu in Kerman einen Kindergarten für behinderte Kinder sowie ein Heim für geistig zurückgebliebene Mädchen, die oftmals Opfer von familiärer Gewalt oder Misshandlung sind. Insgesamt 200 Kindern bieten die Einrichtungen der Stiftung Schutz und Unterkunft. Die Kinder sind für Homayoun Sanati die Zukunft Irans. „Wir müssen die Mütter ausbilden“, sagt er zudem sehr bestimmt. Denn sie seien es, die den Kindern Ethik und soziales Verhalten mit auf den Lebensweg geben würden.

Rosenmonate

Reges Treiben wie in einem Bienenstock herrscht um die Destille in Lalehzar in den Monaten Mai und Juni. Mit Mopeds, Eseln, Lastern, Traktoren oder zu Fuß kommen die Bauern geeilt, um die frisch geernteten Rosenblüten abzugeben. Am Eingang zur Lagerhalle, in der die ausgebreiteten Rosen die Luft mit ihrem Duft schwängern, sitzt ein Mitarbeiter der Destille an einer großen Waage. Jeden Sack voll Rosen wiegt er ab, das Gewicht trägt er in ein Quittungsbuch ein und gibt dem Bauer einen Beleg, mit dem er direkt im Anschluss ausbezahlt wird. „Der gezahlte Preis ist gut, und die Bauern sollen das auch wissen“, sagt Ali Mostafavi, der Geschäftsführer von Zahra Rosewater. Am Jahresende zahlt Zahra zudem Prämien an ihre Vertragsanbauer, wenn der Umsatz ausreichend hoch ist. „Natürlich müssen wir auch in den Betrieb investieren“, sagt Mostafavi. Zum Beispiel müsse man eine neue Abfülllinie für die etwa 20 verschiedenen Pflanzendestillate – von Pfefferminzwasser über Weidenwasser bis Vierzigkräuterwasser – anschaffen, die Zahra neben den ätherischen Ölen, Kräutersalzen und Früchtetees herstellt. Mit dieser weiten Produktpalette kann Zahra die Destille in den Monaten außerhalb der kurzen Rosensaison nutzen.

Rosenöl und Rosenwasser

Alles geht sehr schnell in der Rosenannahmestelle. Im Hintergrund nehmen Mitarbeiter die Säcke in Empfang und leeren die Rosen auf den sauberen Hallenboden aus. Die Blüten dürfen nicht heiß werden, damit sie nicht zu viel des kostbaren ätherischen Rosenöls abgeben. Deshalb beginnt die Ernte am frühen Morgen, und jeder aus dem Lalehzar-Tal, der nicht krank oder zu alt ist, hilft mit. Immer wieder schaufeln die Mitarbeiter der Destille die Rosen hin und her, um sie kühl zu halten. Wenn Destillen in der danebenliegenden Halle frei sind, werden die Blüten eilig hinübergebracht und eingeschlagen in blaue Planen zum oberen Kessel der Destillationsanlage hinaufgehievt. 500 Kilogramm Rosenblüten passen in einen Kessel und kochen drei Stunden lang zusammen mit 500 Litern Wassern. Mehr als 900 Tonnen Rosenblüten verarbeitet Zahra Rosewater pro Jahr. 900 Tonnen Rosenwasser und ca 150 Liter Rosenblütenöl sind der teure Ertrag dieser Arbeit, der im eigenen Analyselabor laufend auf seine Qualität hin untersucht wird. „Wir streben an, den Ertrag auf 1100 Tonnen Rosenblüten pro Jahr zu erhöhen“, sagt Ali Mostafavi, optimistisch gestimmt durch die vertraglich auf lange Zeit angelegte Zusammenarbeit mit der WALA, die mehr als ein Drittel des produzierten Rosenöls sowie getrocknete Rosenblüten kauft. Neue Felder in Shiraz und Dharab sollen zum Wachstum beitragen. Mostafavi freut sich über die gute Geschäftsbeziehung mit der WALA. Im Januar 2008 besuchte er das deutsche Unternehmen, um unter anderem in Gesprächen über einen gemeinsamen Qualitätsstandard zu reden.

Aufklärung und Schulung

Die 1500 Bauern, die für Zahra Rosewater arbeiten, sind eigenständige Unternehmer. In Verträgen mit Zahra verpflichten sie sich, keine chemischen Düngemittel einzusetzen, weil Zahra die Felder durch die British Soil Association biozertifizieren lässt. „Die Bauern davon abzuhalten, die Rosen mit Chemie zu behandeln, ist eine Herausforderung“, sagt Mostafavi, „da der iranische Staat Chemiedünger subventioniert und die Bauern anfangs nur damit umzugehen wissen.“ Aufklärung und Schulung, zum Beispiel durch den biologisch-dynamisch arbeitenden Landwirt Hans Supenkämper von der WALA, sind deshalb wichtige Grundpfeiler der Zusammenarbeit mit den Bauern. Zudem stellt Zahra neben Rosenstecklingen den Bauern natürliche Düngemittel aus Kompost kostenlos zur Verfügung. Wer gegen das Verbot chemischer Dünger verstößt, fällt für vier Jahre aus dem Vertrag. „Wir lassen die Bauern dann aber nicht im Stich“, erzählt Homayoun Sanati, der die Vision hat, das komplette Lalehzar-Tal auf biologische Landwirtschaft umzustellen, von der Milchkuh über die Rosen bis zu Obst und Gemüse. Einen Bauern, der chemisch gedüngt hätte, würde man zwar anzeigen, die Rosen kaufe Zahra ihm aber dennoch ab, allerdings zu niedrigeren Preisen, und lasse sie in konventionellen Betrieben destillieren. Wer mit Zahra arbeitet, gehört eben zur Familie. Diesen Zusammenhalt will auch eine regelmäßig herauskommende Zeitung für die Bauern in Lalehzar unterstreichen, die Mahdi Maazolahi betreut. Sie berichtet über Neuigkeiten rund um die Rosen, porträtiert einzelne Bauern, erzählt von Festen oder Erneuerungen in den Dörfern, zudem sind spezielle Seiten für Frauen und für Kinder integriert. Zum Familiären der Zusammenarbeit gehört ebenso, Familien in Not einen Vorschuss zu gewähren, alten Menschen, die nicht mehr arbeiten können, eine Art Rente zu zahlen oder Rechtsbeistand bei Streitigkeiten zu leisten. Zahra hat die Wasserversorgung in den Dörfern aufgebaut und unterstützt die Schulen. Ein von Zahra eingerichtetes Gesundheitszentrum vor Ort gewährleistet die medizinische Grundversorgung. Wer zu einem Facharzt nach Kerman muss, bekommt die Fahrt dorthin organisiert. Wer heiraten will, bekommt einen Kredit zu dem sehr niedrigen Zinssatz von vier anstatt 14 Prozent, wie ihn iranische Banken nehmen. Besonders begabten Kindern ermöglicht Zahra, in Kerman zur Schule zu gehen. Ziel ist es, dass sie gut ausgebildet wieder zu ihren Dörfern zurückkommen und mitarbeiten. Das Konzept geht auf: Die Arbeitslosenquote in Lalehzar ist die niedrigste in der ganzen Region. Landflucht, wie sie im Iran weit verbreitet ist, weil sich Landwirtschaft wegen der Zwischenhändler kaum mehr finanziell lohnt, findet hier kaum statt. Sogar das iranische Landwirtschaftsministerium betrachtet das Unternehmen mit Wohlwollen und bot Zahra Kredite für den weiteren Aufbau an. Das war jedoch nicht nötig, Zahra kann sich gut auf sich gestellt finanzieren und kann einen Teil seiner Erträge sogar an die Waisenhäuser der Sanati-Stiftung abgeben.

„Auf Testfeldern bauen wir Weizen mit und ohne chemischen Dünger an und vergleichen sowohl den Ertrag als auch die Kosten“, sagt Ali Mostafavi. Die Ergebnisse gibt er an die Bauern weiter, die daraus für sich selber entscheiden können, ob biologischer Anbau rentabel ist. Die Bauern sollen ein Bewusstsein für den Bioanbau bekommen und sich aus Überzeugung dafür entscheiden. Auch wenn im Iran selber noch kein Markt für Bioprodukte vorhanden ist, höchsten ansatzweise in Teheran, glaubt Zahra Rosewater an ihre sanfte Bio-Revolution.

Die Anfänge

Das Gurren der Tauben erfüllt den Innenhof des ockerfarbenen Backsteinhauses, das Großvater Sanati in Kerman bauen ließ. Heute ist es Sitz der Zahra Rosewater Company und Wohnsitz von Homayoun Sanati. Die Gemäuer halten das Getöse des heute zur Millionen-Stadt angewachsenen Kermans ab und sind ein guter Ort, um über die Anfänge von Zahra nachzudenken.

Nachdem Homayoun Sanati und seine Frau beschlossen hatten, in Lalehzar Rosen anzubauen, besorgten sie Stecklinge der Damaszener Rose aus der traditionellen iranischen Rosenregion Kashan in der Provinz Isfahan. Die ersten Versuche waren überwältigend. Nach eineinhalb Jahren lieferten die buschig gewachsenen Rosenstöcke Blüten, deren Ölgehalt um 50 Prozent höher lag als bei Rosen, die in Kashan wuchsen. Die Sanatis legten daraufhin ein 20 Hektar großes Rosenfeld an, obwohl die Bauern der Region dieser neuen Kultur sehr verschlossen gegenüber standen. Dann kam die iranische Revolution. Als Khomeini die Macht übernahm, wurde Homayoun Sanati festgenommen. Man warf ihm vor, ein CIA-Agent zu sein, weil er für den US-amerikanischen Franklin-Verlag arbeitete. Seine Aufgabe dort bestand allerdings lediglich darin, englischsprachige Belletristik und Lehrbücher in Farsi zu übersetzen und herauszugeben, der im Iran gesprochenen Sprache. Doch selbst die Tatsache, dass er 1500 Bücher verlegt habe, sei bereits ein Frevel dem Islam gegenüber, weil er damit die islamische Kultur mit amerikanischem Gedankengut unterlaufen habe. Nach acht Monaten Einzelhaft in einer feuchten Zelle ohne Licht musste er noch weitere fünf Jahre im Gefängnis verbringen. 1983 wurde er entlassen. In der Zwischenzeit musste sich seine Frau alleine um die Rosen kümmern, die wie Kinder für sie waren. Umso schrecklicher war es für sie, mit ansehen zu müssen, dass die Bauern in Lalehzar die jungen Stecklinge nicht mehr alle 14 Tage, sondern nur noch einmal im gesamten Sommer wässerten. Doch dann geschah das Wunder. Die Rosen wuchsen dennoch an, waren grün und blühten üppig. Die Bauern waren dadurch so beeindruckt, dass sie ab da an die Rosenkultur glaubten, denn sie sahen, dass sie bei geringem Arbeitseinsatz und minimalem Wassereinsatz sehr viel mehr Ertrag bringt als Weizen oder Kartoffeln und sogar mehr als Opium, das sie lange Zeit zur Aufbesserung ihres spärlichen Einkommens illegal anbauten. „Meine Zeit im Gefängnis hat also etwas sehr Positives bewirkt“, meint Homayoun Sanati mit seinem lausbübischen Lachen. Mit dem Motto „Habe keine Angst vor der Angst“, das ihm sein Großvater beigebracht hat, konnte er die Zeit im Gefängnis überstehen, er dichtete in der Einzelhaft sogar hunderte von Versen über die Rose, die er sich alle im Kopf merkte und erst zurück in der Freiheit zu Papier brachte. „Unsere Probleme sind unsere größten Schätze“, ergänzt er.

Weitere Informationen:

www.zahrarosewaterco.com

Sheabutter aus Burkina Faso

  • Sheabutter aus Burkina Faso

    Getrocknete und geschälte Sheanüsse

  • Sheabutter aus Burkina Faso

    Normalerweise ist in Burkina Faso nicht genügend Geld da, um alle Kinder in die Schule schicken zu können.

  • Sheabutter aus Burkina Faso

    Früchte des Sheabaums

  • Sheabutter aus Burkina Faso

    Herrmann Schopferer betreut das Sheabutter-Projekt in Diarabakoko.

  • Sheabutter aus Burkina Faso

    Die getrockneten und geschälten Sheanüsse werden in Lehmöfen erhitzt und erhalten dadurch ihre dunkle Farbe.

  • Sheabutter aus Burkina Faso

    Nach dem Erhitzen zerkleinert eine von der WALA mitfinanzierte Mühle die Sheanüsse.

  • Sheabutter aus Burkina Faso

    Zerkleinerte Sheanüsse

  • Sheabutter aus Burkina Faso

    Die bis zu 15 Meter hoch wachsenden Sheabäume sind in Burkina Faso heilig.

  • Sheabutter aus Burkina Faso

    Sheabuttergewinnung ist Frauensache. WALA Mitarbeiterin Christine Ellinger zu Besuch.

  • Sheabutter aus Burkina Faso

    Der Zusatzverdienst aus der Sheanussveredelung kommt auch den Kindern zugute. Mit dem zusätzlichen Geld können alle zur kostenpflichtigen Schule gehen.

Seit 2001 unterstützt die WALA Heilmittel GmbH in Burkina Faso ein Sheabutter-Projekt. In mehreren Dörfern innerhalb eines geschützten bio-zertifizierten Sammelgebietes der Karité-Nüsse stellen Frauen auf traditionelle Weise Rohsheabutter (beurre de karité) her. Für viele Familien ist der Verkauf von Sheabutter eine wesentliche Einnahmequelle. Die WALA trägt zum Erhalt dieser Dorfgemeinschaften bei, indem sie dort die Sheabutter zu überdurchschnittlichen Preisen einkauft und Abnahmemengen langfristig garantiert. Die Dörfer erhalten dadurch finanzielle, beratende und organisatorische Hilfe bei der Bio-Zertifizierung. Im August 2004 fand zum zweiten Mal die Hauptinspektion zur Bio-Zertifizierung statt, womit ein weiterer Meilenstein innerhalb des Projektes erreicht wurde.

Weitere Informationen

Land der Unbestechlichen

Burkina Faso. Wo ist das eigentlich? In Westafrika wird man fündig: Neben Elfenbeinküste und Ghana, das klingt irgendwie nach großer Weite und Abenteuer. Obervolta hieß früher dieses vom roten, schwarzen und weißen Volta-Fluss zerfurchte Land, dessen heutiger Name übersetzt "Land der Unbestechlichen" bedeutet. Das auf einem Hochplateau liegenden Burkina Faso ist durch Feuchtsavannen, Buschland und Halbwüsten geprägt. Dürreperioden haben dem eh schon armen, hauptsächlich von Viehwirtschaft und Ackerbau lebenden Land in den letzten Jahren zu schaffen gemacht. Überleben können die Menschen hier, am Rande der Sahel-Zone, durch Pflanzen, die sich ganz an die Dürreperioden angepasst haben. Der Sheabaum ist ein solches Gewächs.

Heiliger der Savanne: der Sheabaum

In seiner Heimat ist er wohl eher klein zu nennen: Der knorrig wachsende Sheabaum wird 10 bis 15 m hoch und ist Bestandteil der natürlichen Vegetation eines begrenzten ca. 300 km breiten Vegetationsstreifens, der sich von Mali über Burkina Faso nach Ghana, Togo und Benin ausbreitet. Nur hier, nirgends sonst auf der Welt gedeiht dieser Baum.
Die milchsaftführenden Bäume mit ledrigen Blättern blühen erst mit 20 Jahren und erreichen im Alter von 30 ihre volle Fruchtproduktion, die dann über 100 Jahre bestehen bleibt. Die im reifen Zustand grünen, pflaumenförmigen Früchte besitzen einen Durchmesser von bis zu 4 cm. Die weiche grüne Außenschale wird gerne gegessen. Mit bis zu 50 % Fettanteil sind die Fruchtkerne (Nüsse) in Burkina Faso eine begehrte und traditionelle Quelle für Haut- und Speisefett. Wegen seiner besonderen Bedeutung wird der Sheabaum von der Bevölkerung geheiligt und darf nicht gefällt werden.

Gold der Frauen: Sheabutter

Sheabutter ist Frauensache. Wenn es Zeit ist, die Sheabutter, auch Karité genannt, zu gewinnen, versammeln sich die Frauen an einem zentralen Ort ihres Dorfes, der eigens für ihr Vorhaben eingerichtet ist. Die nach der Ernte getrockneten Nüsse werden geschält, in einem Lehmofen erhitzt und danach in Mörsern zerstampft. Die entstandene Masse wird mit Wasser verdünnt und ca. 45 Minuten lang geschlagen. Die enthaltene Butter löst sich und kann abgeschöpft werden (der Prozess ist vergleichbar mit dem Buttern von Milch). Eine weißlich-gelbe Masse, die unraffinierte Sheabutter, ist das leicht würzig duftende Ergebnis. Die fertige Butter wird in einem Lagerhaus, das allein für diesen Zweck dient, bis zum Abtransport gelagert. Sheabutter findet mittlerweile in aller Welt Liebhaber.

Sheabutter für Dr. Hauschka Kosmetik

Im Jahr 2001 gab es die ersten Kontakte zwischen Burkina Faso und der WALA Heilmittel GmbH. Der freiberuflich arbeitende Projektberater Hermann Schopferer sprach mit dem Hersteller der natürlichen Dr. Hauschka Kosmetik über eine Kooperation. Die Idee: hochwertige, nach traditionellem Verfahren gewonnene Sheabutter für hochwertige Naturkosmetik. WALA war interessiert und stimmte zu.
Schon mehrere Selbsthilfeprojekte hat Hermann Schopferer in Afrika und speziell Burkina Faso begründet und betreut. Er kennt Land und Leute und suchte für das Sheabutter-Projekt den regenreicheren, gemäßigteren Südwesten Burkina Fasos mit einem guten Bestand an Sheabäumen aus, ca. 400 km von der Hauptstadt Ouagadougou entfernt.

Grüner Busch und gelber Lehm

Zivilisationsgeschädigte kämen in Diarabakoko, einem Dorf in der Projektregion in Burkina Faso, endlich zur Ruhe: Kein Strom, kein Telefon, kein Autoverkehr sorgen für Unruhe von außen. Man lebt hier einfach, von den Erträgen aus eigenem Anbau. Hirse gehört zu den Hauptspeisen des einseitigen Speiseplans, Fleisch ist rar. Um Geld zu verdienen, verkaufen die Frauen und Männer einen Teil ihrer Ernten oder ein selbst gekochtes Gericht auf dem 15 Kilometer entfernt gelegenen Markt. Der Weg wird zu Fuß zurückgelegt.

Sheanüsse veredeln

Sheanüsse zu ernten, gehört zur Tradition der burkinischen Dörfer. Ausländische Raffinerien nutzen schon lange die hochwertigen Nüsse und kaufen sie billig in den Dörfern ein. Innerhalb des Sheabutter-Projektes mit der WALA verdienen die Dörfer das Vielfache an ihren Nüssen, weil sie die selbst hergestellte Sheabutter verkaufen: Deren Preis ist 7-mal höher, als der für die Nüsse.

Tue Gutes und Besseres

An die 350 Frauen aus zwei Dörfern stellen heute für die WALA Sheabutter her. Die Frauen organisieren sich selbst in einer Erzeugervereinigung. Eine reine Frauengemeinschaft, wie es in Afrika gängig und selbstverständlich ist. Sheabutter war immer schon Frauensache. Für das Projekt gaben sich die Frauen den Namen „IKEUFA“ (Faire bien et meilleur de Diarabakoko), was so viel heißt wie: Tue Gutes und Besseres in Diarabakoko.
Alle Positionen der Genossenschaft, von der Präsidentin über die Kassenwartin bis zur Schriftführerin, werden von den Dorffrauen gewählt. Sie haben schon immer ihre eigenen Felder und verdienen ihr eigenes Geld, das sie selber verwalten. Die selbstbewussten Burkinerinnen diskutieren alle Projektfragen entsprechend genau mit Schopferer.
Mit dem Ertrag aus den Sheabutterverkäufen sind die Frauen in der Lage, das Schulgeld für ihre Kinder zu bezahlen und nicht nur einzelne, sondern alle Kinder in die Schule zu schicken. Darüber hinaus ist die Grundversorgung mit Lebensmitteln und notwendigen Medikamenten sichergestellt.

Sheabutter aus Burkina Faso: die Fakten

  • In der Anfangsphase 2001 unterstützte die WALA das Sheabutter-Projekt durch die Finanzierung des Beraters Hermann Schopferer, der das Land mehrfach im Jahr besucht, für den geforderten Qualitätsstandard sorgt sowie die jährlichen Bio-Zertifizierungen vorbereitet.
  • Im Jahr 2002 wurden zum ersten Mal für die WALA Nüsse gesammelt und daraus Sheabutter hergestellt. Bezahlt wurden die Frauen von der WALA im Voraus, mit überdurchschnittlichen Preisen. Aus dem Geld konnten notwendige Gerätschaften, Materialien für den Versand usw. finanziert werden. Im Herbst 2002 erreichte die erste Sheabutterlieferung die WALA in Deutschland.
  • Im Jahr 2003 wurde das Projekt erstmals erfolgreich bio-zertifiziert. Die gesamte von der WALA benötigte Menge Sheabutter konnte hergestellt werden.
  • Die Verarbeitung aus der Ernte 2004 beginnt im August. Gleichzeitig wird die jährliche Bio-Zertifizierung durchgeführt.
  • Die WALA garantiert den Frauen feste Abnahmemengen und stellt Investitionshilfen zur Verfügung.